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Kita Bremt in Schopfheim


Die Kita Bremt nimmt seit Mai 2021 am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des Bundesfamilienministeriums teil und wird dabei durch eine zusätzliche Fachkraft mit Expertise im Bereich sprachlicher Bildung unterstützt. Sprachkompetenzen eröffnen allen Kindern gleiche Bildungschancen von Anfang an. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sprachliche Bildung besonders wirksam ist, wenn sie früh beginnt. Weitere Schwerpunkte des Bundesprogramms sind inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien. Seit 2021 wurde innerhalb der bestehenden Handlungsfelder ein neuer Fokus auf den Einsatz digitaler Medien und die Integration medienpädagogischer Fragestellungen gelegt.

Gemeinsam blickt das Team auf ein spannendes Sprach-Kita Jahr zurück, und gibt Einblick in die Sprach-Kita Arbeit:

Zunächst setzten sich die Erzieherinnen mit der Definition „Inklusion“ auseinander und erstellten eine Ist-Stand-Analyse zu den Fragen „Wo achten wir bereits auf eine inklusive Pädagogik in der Praxis?“, „Wo finden sich die Kinder in der Kita wieder?“, „Wo wird die Vielfalt für Kinder sichtbar? Wo sind ihre Spuren?“ und „Wo bestimmen Kinder in unserer Kita für sich selbst oder miteinander als Gruppe?“. Dabei wurde festgestellt, dass die inklusive Pädagogik bereits sehr präsent im pädagogischen Alltag gelebt wird – und zwar auf allen Ebenen.

Die pädagogischen Fachkräfte machten es sich zur Aufgabe die Lernumgebung so zu gestalten, dass sie Kindern eine positive Resonanz auf sich, ihre Familien und Familienkulturen gibt. Dazu gehörten beispielsweise das kritische Reflektieren und das vorurteilsbewusste Auswählen von Bilderbüchern. Über das regelmäßige Ausleihen des Bücherrucksacks, sowie den Bücherkoffer haben alle Kinder und Familien Zugang zu Bilderbüchern. Denn gemeinsame Vorlesezeit setzt den Grundstein für Leselust und Lesekompetenz und stärkt darüber hinaus die sprachliche und emotionale Entwicklung der Kinder.

Im Handlungsfeld alltagsintergierte sprachliche Bildung setzte sich das Kita-Team mit den Themen Interaktionsqualität, sensitive Responsivität, Adultismus, Anti-Bias, Mehrsprachigkeit und Hypothesen zum Zweitspracherwerb auseinander. Gemeinsamer Austausch, Reflexionen und die Verknüpfung mit der praktischen Arbeit mit dem Kind ist fester Bestandteil im Kita-Alltag. Das bedeutet kindgerechte Sprachvermittlung im alltäglichen Miteinander; Sprache lernen, indem Kinder selbst handeln und ausprobieren, die Sprachenvielfalt nutzen und diese sichtbar machen.

Voraussetzung dafür sind pädagogische Fachkräfte als feinfühlige und sprachanregende Dialogpartner*innen und Räumlichkeiten die Sprachanlässe schaffen. Grundlage für eine professionelle Begleitung der einzelnen Kinder ist die systematische und kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation, damit an das für das Kind gerade relevante Thema angeknüpft werden kann.

Im Zeitalter der Digitalisierung wurde dazu übergegangen, Post an die Familien über die Kita Info App zu versenden. Mit der Übersetzungsfunktion in mehr als 20 Sprachen werden Sprach- und Teilhabebarrieren abgebaut.

v.l.n.r.: Jasmin Knupfer und Kerstin Kaiser

Die inklusive Haltung in der Zusammenarbeit mit Familien zeigt sich in allen Bereichen. Mit besonderem Blick auf die Gemeinsamkeiten aller, werden Unterschiede als Bereicherung wahrgenommen. So finden beispielsweise essen, feiern oder kommunizieren in allen Familien statt – ganz individuell.

Kerstin Kaiser übt die Stelle der zusätzlichen Fachkraft “Sprach-Kitas“ in der Kita Bremt aus. Sie begleitet und unterstützt die pädagogischen Fachkräfte in der Kita bei der Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit in den Handlungsfeldern des Bundesprogramms. Durch Qualitätsrunden und Workshops im Team fand fachlicher Austausch und regelmäßige Reflexion statt. Stetige Weiterentwicklung der Qualität im Bereich vorurteilsbewusste Pädagogik war und ist somit garantiert. Dabei sind die vier Ziele im Ansatz Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung richtungsweisend: Ich bin okay; Du bist okay; Was ist hier nicht okay? Und Was können wir dagegen tun? Mit der Fortschreibung der Konzeption wird das Programm nachhaltig, verbindlich und dient allen pädagogischen Fachkräften als Arbeitsgrundlage.

Regelmäßige Qualifizierungen durch die Fachberatung und Netzwerktreffen mit anderen Sprach- Kitas sind ein weiterer Baustein des Sprach-Kita Tandems, an dem Kerstin Kaiser und Kita-Leiterin Jasmin Knupfer als teilnehmen. Zudem besucht Kerstin Kaiser die Weiterbildung „Kita-Profil im Bereich Sprache und Kommunikation“ an der PH Freiburg, um das Kita-Team kompetent zu beraten und zu begleiten.

„Da es sich beim Programm Sprach-Kita nicht um ein pädagogisches Zusatzangebot, sondern um ein durchgängiges Prinzip pädagogischen Arbeitens in allen Bildungsbereichen handelt, profitieren alle Kinder der Kita davon. Eine vorurteilsbewusste und feinfühlige Haltung der Erzieher*innen ist dabei zentral“ verdeutlicht Kaiser.

In den kommenden Monaten wird sich das Team noch tiefer mit der Thematik Beobachtung, Dokumentation und Förderplanung auseinandersetzen. Bildgestützte Kommunikation, Metacom, wird ein wichtiger Meilenstein sein. Mit dem Einsatz von Symbol und Bildkarten soll für alle Kinder die Möglichkeit zur Teilhabe und Partizipation sichergestellt werden.

Eine zusätzliche Fachberatung „Sprach-Kitas“ unterstützt kontinuierlich und prozessbegleitend die Qualitätsentwicklung in den Sprach-Kitas in ihrem Verbund.

Mit dem Aktionsprogramm werden deutschlandweit Möglichkeiten für Kinder, Jugendliche und ihre Familien geschaffen, um sich zu begegnen, gemeinsam Neues zu entdecken und ihre Welt nach der Pandemie zu erleben. Leider wurde am 1.Juli 2022 durch das Bundeskabinett beschlossen, dass es keine Mittel zur Fortsetzung des Bundesprogramms „Sprach-Kita: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ geben wird. Das bedauert die Kita Bremt sehr, und sucht bereits nach alternativen Möglichkeiten.